
Der Begriff Russland umfasst das geografische Territorium, den Staat und die Nation.
Russland ist die Heimat von ungefähr 150 Mio. Menschen mit über 100 Nationalitäten, die von der übrigen Welt gewöhnlich als “Russen” bezeichnet werden.
Als eine politische Einheit auf der Weltkarte ist Russland ein demokratischer föderativer Rec
htsstaat mit der republikanischen Regierungsform. Die offizielle Hauptstadt ist Moskau, obwohl St. Petersburg oft die “nördliche Hauptstadt” genannt wird.
Die Verfassung des Landes garantiert das Recht der Bürger eine beliebige Religion oder gar keine zu bekennen.
Die russisch orthodoxe Kirche spielt als religiöse Konfession traditionell die herrschende Rolle, obwohl andere Weltreligionen auch vertreten sind.
Die Fläche des Landes zieht sich ungefähr ein Viertel der Äquatorlänge hin und ist in 11 Uhrzonen geteilt. Wenn die Kremluhr drei Uhr nachmittags Moskauer Zeit schlägt, bricht in Petropawlowsk - Komtschatsk schon die Nacht an.
Russland zeichnet sich durch eine große Vielfalt des Klimas aus, da es im Norden ans nördlichen Eismeer grenzt und seine südlichen Gebiete in der subtropischen Zone liegen. Dabei hat der große Teil des Landes ein kontinentales Klima mit den durchschnittlichen Sommertemperaturen bis 30 Grad und den Wintertemperaturen bis -30 Grad. Während in Moskau der Frühling beginnt, ist im Süden schon längst Sommer und im Norden immer noch Winter.
Traditionell hält man den Spätfrühling, Sommer und Herbst für die beste Zeit um nach Russland zu reisen. Es gibt aber die Ansicht, Russland sei unter silberglitzerndem Schnee besonders faszinierend.
Die große Fläche des Landes hat den nationalen Charakter der Russen bestimmt. Sie sind offene und gastfreundliche Leute. Da Russland zwischen Westen und Osten liegt, wurde es ab beiden beeinflusst. Darum haben die Sprache, Traditionen und Kultur im allgemeinen Charak
terzüge verschiedener Zivilisationen, von den Wikinger und Tatar-Mongolen angefangen bis zu den Teutonen, Griechen und Genuaern. Dadurch ist es dazu gekommen, dass Russland weder europäischen noch asiatischen Ländern ähnelt. Das reichste Erbe der vorigen Jahrhunderte ist in Sammlungen von Klöstern, in Monumenten und Gewerbe erhalten geblieben.
Die Rolle der Klöster ist in Russland schwer abzuschätzen. Als Vorposten zum Verteidigen vor Überfällen erbaut, waren sie gleichzeitig religiöse, Kultur- und Bildungszentren, in denen nicht nur religiöse Kulten gepflegt wurden, sondern die Leute auch ausgebildet, Bücher und Chroniken geschrieben, die Malerei entwickelt wurden.
Die Klöster wurden zu richtigen Bewahrern der russischen Zivilisation, indem sie es durch Jahrhunderte überliefert hatten, wie der russische Staat entstanden war.

